![]() Reisen und Länder Welt China Taiwan
|
Frühstück im Lai Lai HotelDas war jeden Morgen ein Abenteuer. Für das Frühstück war ein großes Buffet aufgebaut und ich war einigermaßen überrascht, dass es an nichts fehlte. Inmitten der Buffettische gab es einen kleinen Stand, an dem man sich Eier in den verschiedensten Variationen bestellen konnte. Zu Anfang hat Dago immer das Omelette für mich mitbestellt, während ich Säfte und andere Dinge organisiert habe. Und meistens kam er leicht angesäuert zurück. Ich wusste schnell warum. Gewünscht hatten wir ein Omelette mit Tomaten, Zwiebeln und Käse. Bekommen hatte ich ein Rührei mit Schinken und Käse und Dago ein Omelette mit Champignons und Käse. Ich hab mir das Spielchen einige Tage angeschaut, und nachdem ich meinen Mann beobachtet hatte, wie er böse wurde und den Koch leicht entnervt angeschimpft hatte, übernahm ich die Angelegenheit mit der Eierbestellung. Mit keinem größeren Erfolg. Ich war nur frecher. Wenn die Köche ihre Hand auch nur in die Nähe einer anderen Zutat bewegten, bremste ich sie aus. Ich konnte gerade so die Schälchen mit den verschiedenen Zutaten erreichen, also nahm ich sie und hob sie den Köchen vor die Nase. Und immer hörte ich nur "yes,yes", dabei blickten die gar nicht, was z. B. onions sind. Und dann war da noch eine Köchin, die mich ebenso wenig verstand, aber die war auch noch ausgesprochen grantig. Gott sei Dank hat mir meine Mama gute Manieren beigebracht, sonst wär ich dieser Lady an die Gurgel gegangen. Jetzt bekam ich trotz aller Versuche immer genau das Gegenteil, von dem was ich bestellt hatte. Ungefähr 6 Wochen später stand da plötzlich ein neuer Koch, recht jung, natürlich Chinese und Englisch verstand er auch nur leidlich. Aber er war durchaus lernfähig. Nach vier Tagen waren uns einig, dass ich auf die gewünschten Zutaten deute und er macht dann ein bzw. zwei Omelettes daraus. Die grantige Köchin war für mehrere Tage verschwunden. Ich frohlockte schon, aber klar, diese Person kam wieder, allerdings agierte sie nun im Hintergrund. Der neue Chinese buk mir die Eier wunschgemäß, mir lief schon das Wasser im Mund zusammen, da kommt sie angestampft wie eine Sumo-Ringerin auf Übung, macht den jungen Koch zur Minna und brät mir falsche Eier. Jetzt hat´s mir gereicht. Ich ging zu meinem Mann:"Schatz heute gibt es keine Eier!", drehte mich um und lief direkt auf die Tür des General Managers zu. Es war Zeit für eine Beschwerde. Danach hab ich die Lady nicht mehr am Eierstand gesehen. Wahrscheinlich hat man sie in der hintersten Ecke der Küche eingemottet. Am Wochenende frühstückten wir gerne gemütlich auf unserem Zimmer. So bestellte ich beim Roomservice telefonisch zweimal Omelette mit Zwiebeln und Tomaten und was wir halt sonst noch so mögen. Die freundliche Chinesin am anderen Ende der Leitung notierte sich alles und legte nach einem freundlichen "Thank you" auf. Wisst ihr, was wir bekamen? Zweimal Rührei, daneben jeweils eine ganze Tomate und einige Ringe roher Zwiebeln. Ohne weiteren Kommentar. <dago> Leider ist genau dieses Verhalten in China weit verbreitet. Etwas, das unter großen Mühen auswendig gelernt wurde, kann nicht einfach durch besseres Wissen modifiziert werden. Ihr könnt euch sicherlich vorstellen wie ermüdend das bei der Arbeit ist. So war ich nach meiner Zeit in China wirklich froh wieder mit deutschen Kollegen zu arbeiten. </dago> |
Infos zu Taiwan:
|
|
|
Copyright 2005-2010 @ wiedamann-media |