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Landis Hotel, Taichung
Landis Hotel, Taichung

Heimkehr ins Landis Hotel, Taichung.

Als mein Mann im Januar 2003 abermals für 3 Monate nach Taiwan mußte, war ich nicht besonders glücklich. Wir waren gerade nach Bayern umgezogen und die Wohnung glich eher einem Möbellager als einem gemütlichen Heim. Aber wenigstens die Küche stand. Nun ja, das interessiert wohl kaum. Anfang März hat mein Mann Geburtstag, die Sehnsucht war groß und so entschieden wir kurzfristig, dass ich zu ihm fliege.

Diesmal hatte ich einen Direktflug von Frankfurt nach Taipei, 14 Stunden Flugzeit. Die Freude war groß, als ich meinen Mann nach zwei Monaten endlich wieder sah. Im Hotel angekommen, erklärte mir mein Mann, dass wir zwei Tage später nach Tai Chung, ziemlich in der Mitte an der Westküste von Taiwan, reisen müssten. Ich freute mich, denn dort hatte ich mit meinem Mann einige schöne Wochen im Landis Hotel erlebt. Als ich bei meinem ersten Taiwanbesuch dort abreiste, sagte I Chen, ein sehr freundlicher junger Kellner aus dem Landis Hotel: "Sabine wir werden uns wieder sehen." Ich glaubte das natürlich nicht.

In der langen Zeit, die ich dort verbrachte, habe ich mehrere gute Bekanntschaften geschlossen. Mit einem Zimmermädchen verstand ich mich blind, eine Kellnerin war stets um mein Wohlergehen bemüht und die Pförtner, die immer im Frack, Zylinder und Handschuhen am Eingang standen, wussten immer einen Scherz zu erzählen, wenn sie mich sahen.

Als ich nun mit meinem Mann das zweite Mal im Taxi vor fuhr, war ich überwältigt von dem Empfang, den man mir bot. Als die Pförtner mich erkannten, öffneten sie mir in gewohnter Manier die Autotüre. Doch dann nahmen sie den Zylinder ab und verbeugten sich, um mir sodann die Hand zu reichen und beim Aussteigen zu helfen. Auch mein Mann, der zwischenzeitlich noch mehrere Male im Landis-Hotel logierte, kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Der Hotelmanager lief mir schon von Weitem entgegen um mich willkommen zu heißen. Und da war auch I Chen, der freundliche Kellner. Lächelnd kam er auf mich zu und meinte: "Ich sagte dir doch, wir werden uns wiedersehen." Einige der Empfangsdamen lächelten und winkten.

An diesem Abend beschlossen wir, im Hotel zu abend zu essen. Und da traf ich auch das Zimmermädchen. Als sie mich bei meinem Namen rief und ich sie inmitten der Gäste entdeckte, gab es eine herzliche Begrüßung. Sie bessere sich das Gehalt ein wenig auf, indem sie abends noch im Service helfe, erklärte sie mir.

Am nächsten Tag gingen mein Mann und ich in ein irisches Pub, indem wir früher schon manchmal waren. Hier konnte man so richtig deftige hausgemachte Burger essen, nicht so ein Gepampfe wie in den berühmten Ketten-Restaurants, die natürlich auch in Taiwan nicht fehlen. In der Zeit, als mein Mann allein in Asien verweilen mußte, hat er mit dem Wirt so manches mal ein Bierchen gestemmt. Außerdem verfügte der Wirt über eine beachtliche Bibliothek, in der seine Stammgäste sich Bücher ausborgen konnten. Auch hier wurde ich sehr herzlich begrüßt und es gab gleich mal ein Freibier als Willkommensgruß.

Ich hätte niemals geglaubt, dass ich nach einer Reise ins Ausland einmal sagen könnte: Es war für mich wie "heimkommen".

Sabine


<dago>

Das Landis Hotel in Taichung ist von der Ausstattung kein besonderes Fünf-Sterne-Hotel. Was das Landis für mich zu etwas Besonderem gemacht hat waren die Menschen. Soviel Herzlichkeit und Freundlickeit habe ich nur selten genossen. Und das Ganze wirkte auch nicht aufgesetzt oder antrainiert. Danke an Alle die im Landis für uns gesorgt haben.
</dago>

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