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Carmina Burana in Taipei.Wer von euch hat ein Ohr für klassische Musik? Dann kennt ihr bestimmt auch Carl Orff´s Carmina Burana. Bereits live gesehen in Graz, was bei mir heute noch eine Gänsehaut hervorruft, war ich höchst erstaunt, in Taipei Werbung für das Konzert zu sehen. Neugierig betrachtete ich das Plakat. Aha, sogar auf englisch geschrieben. In der National Concert Hall, gegenüber der National Theatre Hall, sollte das Konzert stattfinden. Und das Ganze mit einem chinesischen Chor. Sorry Leute, ich habe bestimmt keine Vorurteile, aber Chinesen und singen, und auch noch die Carmina Burana, das konnte ich mir nun wirklich nicht vorstellen. Als ich Dago von meiner Entdeckung berichtete, schaute er mich ebenso verwundert an und dachte ich nehm ihn auf den Arm. Erst als ihm das Plakat zeigte, glaubte er mir. Wir waren hin und her gerissen, sollten wir uns "das antun" oder nicht. Wir entschieden uns dafür. Wie immer wenn ich mit meinem Mann unterwegs bin, habe ich ein Abendkleid im Gepäck. Man weiß ja nie. Dieses Konzert bot Anlass dafür. Und selbstverständlich brauchte ich auch noch einen Termin beim hoteleigenen Friseur. Die Vorfreude wuchs und endlich war es soweit. Wir fuhren zur Music Hall, das im selben Park wie das Chinang Kai Check Memorial liegt. Nach kurzem orientieren fanden wir auch den Strom der Menschen die in die Concert Hall wollten. Wir wurden freundlich von den Platzanweisern dirigiert und begaben uns auf unsere Plätze. Die Halle ist in chinesischem Stil dekoriert und hat eine ausgeklügelte Akustik. Nachdem alle einen Platz gefunden hatten wurde es dunkel und nur der Chor stand im Rampenlicht. Dirigiert von einem tschechischen Dirigenten legte der Chor los und, was soll ich jetzt sagen? Auch Chinesen können singen. Ich war zutiefst beeindruckt. Das hatte nichts mit Karaoke zu tun, dies war ein Meisterwerk an künstlerischer Darbietung wie es besser nicht hätte sein können. Und wieder überkam mich Gänsehaut. Wir hatten die Carmina Burana vor nicht allzu langer Zeit in Graz, in einer kleinen Konzerthalle gehört. Dort ging es mir auch so. Wir ließen den Abend noch gemütlich ausklingen und stellten fest: Wenn Chinesen und Musik in einem Satz genannt werden, muss das nicht kitschige Karaoke, was dem Lieblingssport der Chinesen gleichkommt, heißen.
<dago> In China und besonders im reichen Taiwan ist es Tradition, das die Kinder ein Instrument erlernen oder anderweitig künstlerisch ausgebildet werden. Schon in sehr jungen Jahren werden die Begabten unter den Kindern gefördert. Wurden die Kinder früher eher in klassischen, chinesischen Künsten unterwiesen, hat sich das heute mehr und mehr zur europäischen Klassik hin verschoben. Ich war das ein oder andere Mal erstaunt was der Durchschnitts-Taiwanese über Chopin oder Beethoven weiß. Und so ist es nicht verwunderlich, das die Tenöre und Sänger in Taiwan uns an diesem Abend wirklich begeistert haben. In der National Concert Hall finden viele Events statt und wir haben dort noch das eine oder andere Konzert besucht. Neben der Carmina Burana ist mit noch ein japanisches Perkussionkonzert im Gedächtnis geblieben. </dago> |
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