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Auf dem Handicap Market in Taipei.

Tief beeindruckt war ich unter anderem nach dem Besuch des Handycap-Markets in Taipei. Auf diesem Markt werden verschiedene Waren angeboten. Menschen die in irgendeiner Form behindert sind, verkaufen, zum Teil handgefertigte, Produkte. Ich sah den Einarmigen, der Holz zu hübschen Figuren schnitzte, die Blinde, die Honig verkaufte. Und den gehörlosen Maler, der gerade mit einem wandgroßen Bildnis einer Herde Wildpferde am See beschäftigt war. Eies der klassischen Motive hier in Taiwan und auch in China.

Bei ihm stand eine junge Frau, Britin, wie sich herausstellte. Die Bilder waren derart schön, dass wir uns einige Zeit am Stand des Gehörlosen aufhielten und natürlich auch ins Gespräch kamen. Die erwähnte Britin übersetzte dem etwa 40-jährigen Maler in Zeichensprache, was wir fragten. Nun sollte keiner damit rechnen, dass dieser Mensch einfach nur Bilder verkaufte. Nein, die Bilder sorgfältig zu verpacken und wertvolle Tipps für einen längeren Transport zu geben, gehörte für den Tauben ebenso dazu wie die Erörterungen, warum er ein Bild gemalt hat oder was der tiefere Sinn darin ist. Er hatte insgesamt 4 Bilder, die für uns in der näheren Auswahl standen. Als der Taube bemerkte, dass wir uns nicht entscheiden konnten, gab er uns ein Visitenkarte von sich, auf der unter anderem die Öffnungszeiten des Handycap-Markets aufgedruckt waren und meinte nur, wir sollten uns gut überlegen, was wir kaufen möchten. Schon wieder war ich fasziniert. Keine aufdringlichen Versuche des Verkaufens, sondern vielmehr die besonnene Art, eventuell ein Geschäft zu machen. Leider kamen wir nie zu einer eindeutigen Entscheidung und kauften somit auch kein Bild von diesem begabten Maler. Aber schon die Begegnung und die Erfahrung, sich mit einem gehörlosen Menschen über Kunst zu unterhalten, war für mich ein denkwürdiges Erlebnis.

Sabine

<dago>

Der Handicap Market in Taipei ist nach meinem Dafürhalten einer der Plätze, wo man bedenkenlos Souvenirs kaufen kann und auch sollte. Der Erlös wird nicht durch die Verwaltung irgendeiner Organisation geschmälert sondern kommt direkt den Behinderten Menschen zu gute.

Gerade in einem Land wie Taiwan, in dem es so gut wie keine sozialen Sicherungssysteme gibt. Ist es wichtig für Behinderte ein Einkommen zu haben. In Taiwan, wie in vielen Teilen der Welt, wird das soziale Netz durch die Familie gewährleistet. Der Staat kümmert sich kaum um seine Bedürftigen. Auch den bettelnden Behinderten auf den anderen Märkten gebe ich immer ein kleines Almosen oder kaufe eine Kleinigkeit.

In Taiwan hat zwar der Kapitalismus Einzug gehalten aber das Glück der Menschen ist dem Staat und der Gemeinschaft noch nichts wert. Ich denke das ist eine Gegenreaktion zum Kommunismus der vergangenen Jahre, in dem sich theoretisch Alle um Jeden kümmern sollten. Zumindest in der Theorie.

Also wenn ihr nach Taipei kommt, geht zum Handicap Market und kauft eine Kleinigkeit. Wir haben dort Vieles gefunden, das wir an Freunde und Bekannte verschenkt haben. Und es hinterlässt ein gutes Gefühl, etwas für die Bedürftigen zu tun.

</dago>

Infos zu Taiwan: