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Vor dem Haupteingang des Chiang Kai Shek Memorials.
Vor dem Haupteingang des Chiang Kai Shek Memorials.

Taxifahrt zum Chiang Kai Shek Memorial, Taipei.

Überraschung! Mein Mann ruft an und fragt was ich denn gerade mache. "Nur Papierkrieg!" "Dann komm zum Chiang Kai Shek Memorial. Rico und ich warten am Haupteingang auf dich." "OK."
Das Chinag Kai Shek Memorial hat´s mir angetan. Tagsüber sind oben auf dem Gebäude die großen Türen geöffnet, damit man die riesige Statue des Chiang Kai Shek bewundern kann. Im Inneren ist ein Museum, welches sich hauptsächlich mit dem politischen Werdegang von ihm beschäftigt. Ich hatte einige Zeit gebraucht, bis ich mir die Beschreibungen die man unter den Fotografien findet, verinnerlicht hatte. Die Beschreibungen waren auf chinesisch und englisch (bzw. chenglish) ausgehängt. Auch eines seiner Autos steht original mitten im Ausstellungsraum. Außen um das Gebäude ist ein herrlicher Park angelegt, indem ich mich besonders gern aufgehalten habe. Da gibt es auch Bänke und oft hab ich dort im angenehmen Schatten unter einem Baum gelesen.

Nach dem Anruf meines Mannes lief ich also hinunter ins Foyer des Lai Lai Hotels und bat um ein Taxi. Ich hinterließ im Hotel immer, wo ich hinzufahren gedenke. Außerdem wussten das die Portiers ebenfalls, weil sie so manchem nicht englischsprechenden Taxifahrer übersetzen mussten, wo ich hin wollte. Der Portier rief ein Taxi in die Einfahrt des Hotels und erklärte ihm die Situation. Ich stieg ein und wir fuhren los. Die Fahrzeit betrug etwa 10 Minuten. Der Taxifahrer fing zaghaft eine Unterhaltung auf englisch an. Ich gab ihm höflich Antwort, während er mich im Rückspiegel betrachtete. Der junge Mann sprach ausgesprochen gut englisch - nicht chinglisch - und war offensichtlich guter Dinge. Er machte eine Geste mit den Händen und dann sah ich die Daumen und die langen Nägel. Jede Sadomasseuse wäre gelb geworden vor Neid, aber ich dachte ich bin im falschen Film. Die erste Panik überkam mich ganz leise. Aber als der Taxifahrer am Haupteingang des Memorials vorbei fuhr, war es aus bei mir. Ich dachte jetzt werd' ich entführt. Ich erklärte ihm sehr höflich aber unmissverständlich, dass ich am Haupteingang auszusteigen wünsche. Der junge Mann war sichtlich verlegen, stellte sofort das Taxameter aus und entschuldigte sich bestimmt zehn mal. Er habe vor lauter Erzählen den Haupteingang verpasst.

Ich war skeptisch, glaubte ihm aber dann doch. Der Taxifahrer setzte mich direkt am Haupteingang ab, wo auch mein Mann und Rico, ein geschätzter Kollege meines Mannes, warteten. Ich bezahlte und stieg aus. Dago und Rico fragten mich sofort, ob es mir gut gehe und ich erzählte ihnen das Geschehene. Beide lächelten mich an und Dago erklärte mir, dass lange Daumennägel weder zum Sadomaso gehören, noch als Waffe dienen. Das ist ein historisches Feine-Herren-Zeichen, das gerade bei Taxifahrern in Großstädten zu erhalten versucht wird. Offensichtlich gehörte dieser Taxifahrer zu der Truppe und als ich den Hintergrund kannte, musste auch ich lachen. Denn ich war niemals in Gefahr.

Sabine


<dago>

Ein Tip zum Taxifahren in Taiwan und Mainland China: Lasst euch alle benötigten Adressen von einem freundlichen Chinesen auf einen Zettel schreiben, und schreibt die Adresse in englisch daneben. Das hilft zwar nicht immer, nicht alle Taxifahrer können lesen, besonders in Mainland China, aber man kommt meist damit weiter. Übrigens nicht die Hoteladresse vergessen. Auch ein Zettel mit Phrasen wie: "würden sie mir bitte ein Taxi rufen" sind sinnvoll.

Ach ja. In großen Städten ist es immer zu beobachten, wenn ihr mit dem Taxi in ein anderes Viertel der Stadt wollt, dass der Taxifahrer permanent nach dem Weg fragen muss. Das ist ganz normal, die meisten Fahrer kennen sich nur in "ihrem" Viertel aus.

Und ich habe die Taxifahrer in China, insbesondere in Taiwan, immer als sehr ehrlich und korrekt kennen gelernt. Wenn man sich mal über den Weg nicht einig ist, und glaubt zu viel zu bezahlen, lässt sich das immer klären. Ich habe dann fast immer nach "Gutdünken" bezahlt.

</dago>

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