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Kairo und die Pyramiden von GizehKann man behaupten, in Ägypten gewesen zu sein und die Pyramiden in Gizeh nicht gesehen zu haben? Nicht mit uns, abgesehen davon hätte uns das sowieso keiner geglaubt. Ein Trip mit dem Bus von Hurghada nach Kairo inkl. 1 Übernachtung für relativ teures Geld wurde im Hotel angeboten. Busfahren? Nach dem Ausflug nach Abu Simbel hatten wir davon erst mal gründlich die Schnauze voll. Den beiden Damen, Karin und Edda, ging es wie uns. Also haben wir uns zusammengetan, um nach Kairo zu fliegen. Dago und ich besorgten die Tickets im nahe gelegenen Egypt Air Büro und hielten sie den beiden Frauen vor die Nase. Die Freude war natürlich riesengroß. Schnell packten wir unsere Taschen und schon ging´s los Richtung Flughafen. Der Flug dauerte nur knapp eine Stunde, aber wir sahen die unterschiedlichsten Methoden, wie Menschen gegen ihre Flugangst ankämpfen. Nach der Landung, bei der so mancher Moslem den Boden küsste aus Dankbarkeit, rein ins Taxi und ins Hotel. Bei der Taxifahrt sei nur erwähnt, dass wahrscheinlich sogar ein Rennfahrer aus der F1 Königsklasse blass geworden wäre – sei es vor Neid oder vor Übelkeit. Wir waren alle leicht grün im Gesicht bei der Ankunft im Hotel in Cairo und da es schon spät war, nahmen wir noch einen Drink in der Bar, um das weitere Vorgehen zu beratschlagen. Dabei kam uns der Kellner zu Hilfe. Ein Neffe von ihm fahre Taxi und sei immer gerne bereit, Touristen zu chauffieren, meinte er. Und das zu einem Fixpreis, der uns angenehm überraschte. Am übernächsten Tag wollten wir also zu den Pyramiden aufbrechen. Pünktlich um 10 Uhr ging es los. Jetzt war ich ganz aus dem Häuschen, weil ich endlich die Pyramiden sehen durfte. Der Taxifahrer, ein junger, eben fertig studierter Rechtsanwalt, noch ohne Anstellung, erwies sich als Glücksgriff: ein gepflegtes Erscheinungsbild gepaart mit einwandfreiem Englisch und einem zwar alten aber absolut fahrtüchtigen Wagen. Bereitwillig ging er auf unsere Wünsche ein und regelte den Kauf der Eintrittskarten in Gizeh ohne lästiges Anstehen. Nun kam die erste große Preisfrage: Wollen wir die Pyramiden auf dem Rücken eines Pferdes oder eines Kamels besichtigen? Oder doch lieber in einer Kutsche mit Führer? Also ich war ja für´s Pferd, Karin und Edda wollten dann doch lieber eine Kutsche, Dago und Joe enthielten sich. Wir entschieden uns für zwei Kutschen. Nach einer kurzen lustigen Kutschfahrt standen wir dann vor ihr: der Cheopspyramide. Ein Schauder lief über meinen Rücken und ich brachte meinen Mund nicht mehr zu. Langsam stieg ich von der Kutsche runter und ging auf dieses so außergewöhnliche Monument zu. Erst nach einiger Zeit registrierte ich die Wachmänner mit ihren Gewehren an der Schulter. Sie beobachteten mich genau. Ich berührte einen Stein, ganz vorsichtig und sagte meinem Mann, dass ich gern ein Stück raufklettern würde. Das sei nicht erlaubt, deshalb auch die Wachen erklärte Joe und regelte auch das mit Backschisch für uns. Dann instruierte mich Joe, ich solle genau dahin steigen wo er vor mir hochklettert. Die Steine, etwa halb so hoch wie ich lang, erforderten, dass ich einen etwas uneleganten Kletterstil mit allen vieren an den Tag legte, aber das war mir egal. Da stand ich nun, drei Meter über dem Boden auf der Cheopspyramide! Schmutzig und eingestaubt, aber über alle Maßen glücklich. Noch schnell ein Foto und dann wieder runter und rein in die Kutsche. Die Fahrt ging vorbei an den anderen beiden Pyramiden hin zur Sphinx. Leider war die Sphinx wegen weiteren Ausgrabungen weiträumig abgesperrt, aber auch sie beeindruckte mich stark. Auf der Rückfahrt zum Hotel kamen wir noch an einer weiteren kleinen Ausgrabungsstätte vorbei. Nachdem wir die Eintrittskarten bezahlt hatten, konnten wir uns dort frei bewegen. Es gab keine Wachmänner wie bei den Pyramiden. Begeistert von dem bereits Gesehenen und abenteuerlustig auf das Bevorstehende musste ich jeden Winkel genau betrachten. Es gab keine Mulde und kein Loch, keinen Stein und kein Mauerrest, den ich nicht genauestens begutachtete. Ich kletterte die Hügel hinauf und wieder runter, lief die Gebäudereste ab, um Maß zu nehmen und wurde trotzdem nicht schlau draus. Es war eine kleine Tempelanlage, wie uns Joe erzählte. Nun war es Zeit, wieder ins Hotel zurückzufahren. Wir wollten alle aus unseren klebrigen und staubigen Klamotten raus. Nach einem herzlichen Abschied von Joe ließen wir erst mal die Wasserrohre glühen. Und ich stellte mir immer noch die Cheopspyramide vor. Konstruiert von weisen Menschen, gebaut von Hunderten und Aberhunderten Menschen haben diese Kolosse viele Tausend Jahre beinahe unbeschadet überstanden. Kein Film und keine Reportage kann das Gefühl vermitteln, welches man empfindet, wenn man wirklich davorsteht. <dago> In Hurghada finder ihr ein Büro der EgyptAir, auch hier müßt ihr hart sein und verhandeln. Es gibt einen Tarif, der eigentlich nur für Einheimische ist, wenn man aber hartnäckig verhandelt bekommt man den auch. Gut ist vorher den billigsten Tarif aus dem Internet zu besorgen. Internet-Cafes gibts in jedem größeren Hotel. Und nochwas: Macht bitte das Pyramidenklettern nicht zu eurem Hobby. </dago> |
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