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Reiseberichte der anderen Art
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| Abu Simbel |
Abu Simbel...
…und
die Geschichte. Die beiden in Fels gehauenen Tempel von Abu Simbel, die
zum Weltkulturerbe zählen, haben sprichwörtlich eine
bewegte
Vergangenheit. Um sie vor Überflutung zu schützen,
wurden die Tempel
von Abu Simbel, bestehend aus ca. 300.000 Tonnen Gestein aus dem Fels
geschnitten – zum Teil auch in Handarbeit - und etwa 64 Meter
oberhalb
des ursprünglichen Standortes unter einer felsverkleideten
Betonkuppel
wieder zusammengefügt. Selbstverständlich wurde die
vorherige
Ausrichtung, Position und Erscheinung berücksichtigt. Die
Rettungsaktion wurde von der UNESCO ins Leben gerufen und dauerte 6
Jahre.
Da die Rede von 2 Tempeln in ABU Simbel ist, will hier erklärt
werden, was
es damit auf sich hat.
Der
erste Tempel von Abu Simbel ist der des Ramses´II. Das
Ausgeklügelte
daran besteht darin, dass an zwei bestimmten Tagen im Jahr drei der
vier sitzenden Götterstatuen im Inneren von den ersten
Sonnenstrahlen
des Morgens erhellt werden: Amun-Re von Theben, den
vergöttlichten
Ramses II. und Re-Harmachis von Heliopolis. Die vierte
Götterstatue,
Ptah von Memphis, verkörperte den Gott des Jenseits und
erblickte daher
nie das Sonnenlicht.
Der zweite Tempel von Abu Simbel, der
Nefertari-Tempel, war der bevorzugten Gemahlin des Ramses II. und der
Göttin Hathor gewidmet. Bei beiden Tempeln sind neben den
Götterfiguren
auch kleine Statuen zu sehen, die wohl die Kinder von Ramses II. und
seiner Gemahlin Nefertari darstellen soll. Man erzählt, dass
Ramses II.
über 100 Kinder gezeugt haben soll.
Sicher könnt ihr erahnen, warum
man diese Monumente retten wollte; mehr Details erfahrt ihr in guten
Reiseführern bzw. wenn ihr selbst on Tour seid.
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| Sabine in Abu Simbel |
Abu Simbel und unser denkwürdiger Ausflug
dorthin. Wie schon erwähnt, wurden auf dem Kreuzfahrtschiff
verschiedene Ausflugstouren angeboten. Darunter auch Abu Simbel. Mein
Mann war sehr interessiert und ich als „alter“
Ägypten-Fan wollte mir
das natürlich nicht entgehen lassen. Das bedeutete, um 1 Uhr
früh
aufstehen, frühstücken (soweit man was
runterkriegte). Um 2 Uhr Kissen
und Doggy Pack vom Boot unter den Arm und von Bord zum Bus. Wir dachten
jetzt fahren wir los, denn 280 km durch die Wüste, das braucht
ja
schließlich Zeit. Also kaum waren wir los, standen wir auch
schon
wieder. Wie uns unser Reiseführer erklärte, wurde
nach vergangenen
Anschlägen auf Touristen als eine der
Vorsichtsmaßnahmen das Konvoi
fahren für Touristen eingeführt. Also wir alle noch
mal raus um eine
Zigarette zu rauchen. Zeitungen konnte man kaufen, allerdings waren die
schon zwei Tage alt. So gegen 5 Uhr morgens fuhr der Konvoi, bestehend
aus ca. 100 Bussen und einem Polizeiauto vorne, einem in der Mitte und
einem Militärwagen am Ende, endlich los. Die meisten von uns
waren
leicht grantig, denn die Zeit die wir hier mit Warten vergeudet haben,
hätten wir lieber im Bett verbracht. Na gut, war halt so. Die
Fahrt
führte ab der Sammelstelle durch die Wüste. Weit und
breit nur Fels,
roter Sand und kleinere Steinhügel – und die Sonne.
An einer kleinen
Oase mit Kiosk und Souvenirs stoppten wir gegen 7 Uhr. Danach fuhren
wir durch bis Abu Simbel.
Ankunft 9.30 Uhr. Stellt euch einen
riesigen Parkplatz vor, auf dem 100 Busse parken, die Touristen
aussteigen und nach dem ersten Strecken alle Richtung Tempel
strömen.
Jeder Reiseleiter (in jedem Bus war einer anwesend) impfte uns noch:
Keine Fotos machen mit Blitz!!!! OK. Die Menschenmasse (so sah das wohl
aus , als der Pharao seine Pyramiden von Sklaven bauen ließ)
also los.
Ein schmaler Eingang für den großen Tempel
Ramses´II. Also erst mal
anstehen. Dago und ich schauten uns an und schüttelten den
Kopf. Gut
wenn die alle da rein wollen gehen wir zuerst in den Tempel der
Nefertari und danach, wenn sich alle in unsere Richtung bewegten,
würden wir den Tempel Ramses´II anschauen. Weit
gefehlt. Auf die Idee
kamen noch mehr. Und obwohl begründet verboten scheuten manche
Touristen nicht davor zurück den Blitz einzusetzen. Also einem
hab ich
höchst persönlich die Meinung gesagt und drohte ihm
die Kamera
wegzunehmen, er könne sie sich an Bord unseres Schiffes gerne
wieder
abholen. Ausgelacht wurde ich. Aber da stand dann auch schon der
Wachmann und der hat ihm nicht die Kamera weggenommen, sondern ganz
einfach den Film rausgeholt und den Herrn „vor die
Tür gesetzt“. Das
hat mir richtig gut gefallen. Es lief ihm Prinzip so ab:
Fließbandschema, einer nach dem anderen rein, 15 sec.
schauen, dann
wieder raus. Wir waren leicht frustriert, denn gesehen haben wir nicht
viel und obendrein noch diese ignoranten Menschen. Wir haben uns aber
Abu Simbel genau von außen angeschaut.Als denn alle Touristen
durch
waren, hat unser Reiseleiter zum Sammeln geblasen.Alle wieder im Bus
,freuten wir uns nur noch auf die Kopfkissen und wie immer auf eine
heiße Dusche.Der Frust über das nicht Gesehene war
bald in den
Hintergrund getreten durch die Bauwerke, die wir betrachtet hatten.An
diesem Abend hatten wir übrigens noch eine heiße
Gesprächsrunde
bezüglich ignoranter Menschen.
Liebe Leser, es ist wissenschaftlich erwiesen, dass die Feuchtigkeit,
die von Touristenmassen in die Tempel hinein getragen wird,
schädlich
genug ist für die Farbenpracht, mit denen die alten
Ägypter ihre Tempel
und Pyramiden ausgestattet haben. Was aber zusätzlich wie Gift
wirkt –
und das ist deutlich an der Blassheit der Bildnisse zu erkennen
– ist
das Blitzlicht des Fotoapparates. Von den leuchtenden Farben ist heute
leider an den meisten Fundstellen nichts mehr zu erkennen. Also bitte,
bitte, bitte lasst den Blitz aus beim Fotografieren!da
<dago>
Meine
Empfehlung für die Ausflugsorganisation: Sucht euch am ersten
Tag in
Hurghada einen vernünftigen Taxifahrer, Verhandelt einen Tarif
für die
Fahrt, incl. Aufenthalt solange ihr wollt, und weist in darauf hin, das
ihr keine Kamele reiten, keinen Teppich oder andere Waren kaufen und
auch sonst keine Opfergabe für die armen Ägypter
leisten wollt. Das
ganze sollte für 4 Personen etwa das kosten, was euch euer
Reiseveranstalter pro Person abnehmen will. Fahrt bitte nicht im Konvoi
mit allen Anderen, s.h. Reisebericht. Außer ihr steht drauf
den Arsch
der Vordermanns zu Fotografieren. Die Taxifahrer besorgen euch auch
einen Minibus, was etwas bequemer ist.
</dago>
Sabine
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Infos zu Abu Simbel:
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