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Ausblick über den Nil

Nil-Kreuzfahrt


Zwei Tage nach unserer Landung in Hurghada bestiegen wir den Bus, der uns nach Luxor zum Kreuzfahrtschiff bringen sollte. Und schon wieder war ich aufgeregt. (Ihr müßt wissen, dass ich durchaus 2 Stunden Auto fahre, nur um 20 Minuten "Schiffle fahren" zu können. Ich liebe es.) Nach einer etwa vierstündigen Busfahrt kamen wir am Nil an. Während der Fahrt konnte man den Wandel der Vegetation von der trostlosen Wüste zum grünen Niltal beobachten. Die Bauern leben in einfachen Hütten, in denen auch das Vieh untergebracht ist.

Unser Schiff hieß MS Grandiosa und lag direkt unterhalb der Bushaltestelle vor Anker. Das Spielchen kommt euch jetzt bestimmt bekannt vor: alle raus aus dem Bus, rauf aufs Schiff und anstehen. Diesmal sind keine Choleriker auszumachen. Gott sei Dank. Auch wir hatten irgendwann unseren Kabinenschlüssel. Die Kabine lag auf Deck A und war eingerichtet wie ein Mittelklasse-Hotelzimmer. Das Bad war so klein, dass man nicht umfallen konnte, aber tiptop sauber. Für unsere Kosmetika hat der Platz zwar nicht ausgereicht, jedoch das hat uns nicht gestört.
Zur Begrüßung waren wir vom Reiseleiter in die schiffseigene Bar beordert worden, wo wir mit einigen Empfehlungen ausgestattet wurden. Zum Beispiel kein Wasser aus der Leitung trinken (Übrigens: Auch wenn ihr irgendwo auf dem Markt oder an einem Stand Wasserflaschen kauft, dann achtet bitte unbedingt darauf dass der Flaschenverschluss beim ersten Öffnen "knackt". Ihr lauft sonst Gefahr, dass Leitungswasser reingefüllt wurde und dies kann dann zur Sch... führen). Auch gab es dann die Möglichkeit, einzelne Ausflüge zu buchen, von welchen ihr noch ausführlich auf den nächsten Seiten erfahrt. Beim Essen bekamen wir unseren Tisch zugewiesen, d. h. man hat für die Dauer der Schiffsfahrt immer die gleiche Tischgesellschaft. So lerneten wir die Damen Edda und Karin kennen, die zusammen angereist waren und ein weiteres Pärchen namens Inge und Werner. Wir waren eine lustige Truppe und nach kurzer Zeit duzten wir uns auch schon. meistens trafen wir uns nach dem Essen noch in der Bar um zu quatschen. Zur Verpflegung an Bord möchte ich noch ein großes Kompliment aussprechen: schon das Frühstücksbuffet war ein echter Hingucker, von Müsli bis Räucherlachs war alles dabei was das Herz begehrt. Abends gab es nicht etwa 1 Menü, mit dem jeder zufrieden sein mußte. Weit gefehlt! Ein riesiges Buffet war geboten, vor dem ich manchmal stand und staunte. Es war für jeden etwas dabei nach dem Motto: Wer die Wahl hat, hat die Qual: internationale kulinarische Speisen wie auch Gerichte aus der Region ließen einem das Wasser im Mund zusammenlaufen. Zum Dessert noch ein Törtchen oder doch lieber Eis und ein Mocca? Es gab alles! Hervorragende Weine rundeten die Tafel zum Hochgenuß ab. (Natürlich gab´s auch Bier oder einfach nur Wasser.) Und die Speisezeiten waren - wie in einem Hotel auf dem Festland - auf mehrere Stunden begrenzt, so dass man sich die Uhrzeit aussuchen konnte.

Zunächst blieb das Schiff noch 2 Tage vor Anker und wir erkundeten mit anderen Passagieren die Sehenswürdigkeiten in und um Luxor. Es gab den Tempel von Luxor und den Tempel von Karnak. Diese beiden Tempel sind durch eine Sphingenallee verbunden. Abends bestaunten wir dann im Tempel von Karnak die Lightshow, welche die Geschichte Ägyptens durch Lichteffekte an einzelnen Tempelgemäuern und verschiedenen Stimmen umreißt. Absolut sensationell und unbedingt sehenswert. Man fühlt sich in eine Märchenwelt versetzt. Auch den Tempel der Königin Hatschepsut in Theben besichtigten wir.

Sabine in Ägypten, mit Parao-Statue

Der Tag, an dem das Schiff ablegte war gekommen. Wir stürmten alle an Deck, um zu sehen, was sich da so bot. Auf dem Sonnendeck bekamen wir Getränke serviert und als das Schiff volle Fahrt aufgenommen hatte, gingen wir in die Kabine zurück um uns für das Abendessen umzuziehen. Als wir in unsere Kabine kamen wackelten die Wandleuchten, der Aschenbecher auf der Ablage neben dem Schrank drohte auch gleich herunterzufallen und im Bad zitterte die Flasche mit Duschgel ganz allmählich von der Ablage Richtung Duschwanne. Wir hatten zwar registriert, dass unser Zimmer das Letzte im Gang war, aber dass der Maschinenraum des Schiffes angrenzte leider nicht. Ist uns egal, wir fahren ja tagsüber und da sind wir dann eh auf dem Sonnendeck um was zu sehen, dachten wir. Wir freuten uns an der Figur, die uns der Zimmerboy aus einem Handtuch geformt hatte und die mitten auf unserem Bett stand. Übrigens war das jeden Tag eine andere Figur und natürlich nicht mit unseren Gebrauchshandtüchern gefertigt. Mal saß ein Schwan mit Sonnenbrille auf unserem Bett und mal ein Elefant mit Hut und gestrecktem Rüssel auf dem Fernsehsessel. Ihr könnt euch kaum vorstellen, wie wir manchmal gelacht haben.
Das Personal an Bord der MS Grandiosa war stets korrekt, sehr höflich und aufmerksam, ohne aufdringlich zu wirken. Und unser Reiseführer, ein Ägypter, deutsch sprechend, war ein angenehmer humorvoller Zeitgenosse, der für jeden ein offenes Ohr hatte.

Silvester 2003/2004 haben wir auf dem Schiff gefeiert. Jeder hat sein kleines Schwarzes angezogen, dann ging es erst mal zum Essen. Die Küchencrew lieferte eine Show, die alles in den Schatten stellte, vom Apéritiv bis zum Dessert kamen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ich gehe bewußt nicht näher auf dieses Thema ein, weil ich nicht zu viel verraten möchte. Erlebt es einfach selbst. Nach dem Essen ging´s in der Bar weiter: ausgelassene Stimmung, gute Musik und um Mitternacht ein verheißungsvoller Blick meines Mannes in meine Augen..... Auch die Silvesterfeier war wie in einem Märchen aus 1001 Nacht.

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